Über prähistorische Korallenriffe wandern ...
In Bad Vöslau befand sich vor rund 14 bis 16 Millionen Jahren ein tropisches Meer, das sogenannte Badener Meer (Teil der Paratethys). Die fossilen Überreste dieser Epoche – des Miozäns – prägen die Region bis heute geologisch und landschaftlich. Echte, klassische Korallenriffe aus Steinkorallen findet man in den Alpen eher aus der älteren Trias-Zeit (wie dem Oberrhätkalk). In Bad Vöslau und der Region des Wiener Beckens herrschte im Miozän jedoch eine andere, faszinierende Riff- und Meeresstruktur vor, nämlich das „Algenriff“. Diese urzeitlichen Riffe wurden nicht von klassischen Korallen, wie wir sie heute kennen, als vielmehr von kalkbildenden Rotalgen (Corallinaceen) aufgebaut. Diese Algen lagerten im warmen Flachmeer Kalk ab und bildeten feste, riffartige Barrieren. Daraus wiederum entstand der sogenannte Leithakalk, der u.a. rund um Bad Vöslau (z. B. in alten Steinbrüchen am Harzberg) zu finden ist. Wenn man genau sucht, kann man auch Fossilien mariner Lebewesen finden. Ich persönlich wurde leider noch nicht fündig, aber ich mag diese Gegend sehr.
Der Steinbruch, die Reibsandhöhlen und die hügelige, von diesen typischen Kalkfelsen gesäumte Landschaft ist einfach toll.
Entlang des Geologischen Lehrpfads in Bad Vöslau kann man auf ca. 4,6 km an 17 Stationen erklärt bekommen, wie das prähistorische Meer hier diese Landschaft formte, wo der Kalk abgebaut wurde und wie die tektonischen Verschiebungen der Thermenlinie zustande kamen.
Oberhalb von Bad Vöslau liegt Baden mit dem Helenental, welches eine geologisch hochspannende Sonderstellung einnimmt. Es markiert den tief eingeschnittenen Durchbruch des Flusses Schwechat am Übergang vom Wienerwald (Alpen) zum Wiener Becken. Im Gegensatz zum nördlich angrenzenden Sandstein-Wienerwald (Flyschzone) gehört das Helenental geologisch zu den Kalkalpen (Oberostalpin). Große Teile der flankierenden Hänge und Felsformationen bestehen hier aus triadischem Hauptdolomit, welcher etwa 210–230 Millionen Jahre alt ist. Neben Dolomit treten auch verschiedene Kalke auf (z. B. Gutensteiner Kalk oder Wettersteinkalk), die für die markanten, teils schroffen Felsformationen und Klippen im Tal sorgen. Am östlichen Ausgang des Helenentals (beim Eintritt nach Baden) liegt die dann die geologisch berühmte Thermenlinie. Hierbei handelt es sich um eine gewaltige tektonische Bruchzone, an der das Wiener Becken im Miozän gegenüber den Alpen abgesunken ist. Durch diese tiefreichenden Störungslinien kann Niederschlagswasser in enorme Tiefen sickern, sich erwärmen, mit Mineralstoffen (insb. Schwefel) anreichern und in Baden als heiße Schwefelthermalquellen an die Oberfläche treten.
Entlang des "Wegerls im Helenental" kann man hier ebenfalls diese geologischen Besonderheiten hautnah erleben.
Hier ein paar Fotos unseres geologischen Wanderwochenendes ...

Oberhalb des Steinbruchs in Bad Vöslau ...

... nach dem Aufstieg, possieren wir ... dann gehts wieder bergab.
Blick auf die Hänge des Steinbruchs

Der Steinbruch ist Teil des Geologischen Lehrpfads Bad Vöslau

Die Reibsandhöhlen sind sowieso immer einen Besuch wert ...

Doch Vorsicht! Betreten sollten man die Höhlen nicht.

Wir wandern weiter ... es geht auf und ab ...

"Ab" finden die Mädels immer besonders lustig!

Dann erfolgt wieder ein Aufstieg. Oben angelangt, wandern wir entlang der versteinerten Riffe ..

Millionenalter Kalk ... hier schwammen mal urzeitliche Fische herum ...

... statt Fische steigen jetzt wir dort rum 😇
Für 100%ige Korrektheit übernehme ich keine Verantwortung. Ich wollte ledigilich heute mit "früher" gegenüberstellen.
Quelle: Bild mit KI - ChatGPT - erstellt

Das Wegerl im Helenental bei Baden führt entlang der Schwechat hinein in die Wälder ...

... ebenfalls gesäumt von Kalkfelsen ...

... und steilen Wänden!

Auch mit dem Rad lässt sich das Helenental erkunden. Einige Brücken queren immer wieder die Schwechat.

Wir bleiben großteils am Wasser und genießen die noch warmen Herbsttemperaturen ...

Immer wieder führen schmälere Pfade abseits des Hauptweges hinein in den Wald ...

... oder entlang der Schwechat.

Wild romantisch ...

Die Sonnenstrahlen genießen ...

An vielen Stellen hört und sieht man auch Eisvögel. Leider schaff ich es nicht, diese kleinen blauen Vögel zu fotografieren.
Nochmal abkühlen bevor es nach Hause geht.

Zuhause ist Leia immer wieder damit beschäftig, das Sofa umzudekorieren. 😆

Und wir haben eine Gittertür am Eingang neu montiert. So lässt es sich gut durchlüften und die Hunde sind sicher verwahrt. Gerne checken sie die Lage durch den Vorhang. 💕
LG Mel
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Danke für deinen Pfotenabdruck